
Arbeitszeugnis
Was ist ein qualifiziertes Arbeitszeugnis?
Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis beschreibt nicht nur die Tätigkeiten einer Person, sondern bewertet ihre Leistung, ihr Verhalten und ihr Engagement während des gesamten Beschäftigungszeitraums.
Der Begriff „qualifiziert“ bedeutet also: bewertend.
Er steht nicht für „gut“ oder „sehr gut“, wie häufig angenommen wird, sondern für die Tatsache, dass eine Beurteilung erfolgt – unabhängig davon, wie positiv oder neutral sie ausfällt.
Ein Zeugnis kann also „befriedigend“ oder sogar „ausreichend“ sein und ist trotzdem qualifiziert, solange es bewertende Aussagen enthält. Dadurch unterscheidet es sich vom einfachen Arbeitszeugnis, das lediglich Aufgaben auflistet – ohne jegliche Bewertung.
Einfaches vs. qualifiziertes Arbeitszeugnis
| Merkmal | Einfaches Arbeitszeugnis | Qualifiziertes Arbeitszeugnis |
|---|---|---|
| Inhalt | Tätigkeitsbeschreibung ohne Bewertung | Tätigkeitsbeschreibung mit Leistungs- und Verhaltensbewertung |
| Aussagekraft | gering | hoch |
| Verwendung | häufig für Aushilfen, kurze Tätigkeiten | Standard bei Fach- und Führungskräften |
| Formulierungstiefe | neutral, deskriptiv | differenziert, wertend, juristisch sensibel |
Ein einfaches Arbeitszeugnis ist im Grunde nur ein Tätigkeitsnachweis.
Das qualifizierte Arbeitszeugnis hingegen ist ein wertendes Dokument, das die berufliche Identität der betreffenden Person beschreibt.
Rechtsanspruch und Fristen
In Deutschland besteht gemäß § 109 Gewerbeordnung ein Rechtsanspruch auf ein Arbeitszeugnis, sobald ein Arbeitsverhältnis endet, egal ob es schriftlich oder mündlich geschlossen wurde, ob es sich um eine kurze oder lange Tätigkeit handelt und unabhängig davon, aus welchem Grund das Arbeitsverhältnis endet.
Dieser Anspruch gilt als sogenannte Holschuld des Arbeitnehmers: Das heißt, das Zeugnis muss aktiv beim Arbeitgeber eingefordert werden.
Die Verjährungsfrist beträgt drei Jahre nach dem Ende des Kalenderjahres, in dem das Arbeitsverhältnis beendet wurde.
Wie ein qualifiziertes Arbeitszeugnis entsteht
Ein überzeugendes Arbeitszeugnis entsteht nicht am Schreibtisch, sondern im Zusammenspiel von Führungskraft, Beurteilungsbogen und professioneller Textarbeit.
Am Anfang steht die Mitarbeiterbeurteilung – sie bildet das Fundament. Die Führungskraft bewertet anhand eines strukturierten Beurteilungsbogens Aufgaben, Leistung, Verhalten und persönliche Stärken und Erfolge.
Aus diesen Angaben entsteht bei uns kein Formulartext, sondern ein sprachlich gestaltetes, wertschätzendes und individuell formuliertes Dokument.
Jeder Abschnitt, von der Leistungsbewertung über das Sozialverhalten bis zur Schlussformel, wird dabei einzeln sprachlich-stilistisch abgewogen und aufeinander abgestimmt.
So entsteht aus Daten und Einschätzungen ein Text mit Haltung – ein Zeugnis, das die berufliche Persönlichkeit realistisch, wertschätzend und glaubwürdig beschreibt.

Automatisierte Zeugnisse versus individuelle Erstellung
Viele Unternehmen betrachten die Zeugniserstellung heute als Pflichtaufgabe – und häufig wird sie automatisiert. Software-Programme generieren Texte „auf Knopfdruck“, die formal korrekt erscheinen, aber sprachlich flach und austauschbar sind. Diese Zeugnisse erfüllen zwar die Mindestanforderungen, doch sie vermitteln weder Persönlichkeit noch Substanz.
Die Zeugnisfabrik geht einen anderen Weg:
Wir schreiben individuelle Zeugnisse, die substanziell etwas über den Menschen, die Rolle und die Leistung erzählen.
Unsere Texte schaffen Lesbarkeit, Glaubwürdigkeit und ein lebendiges Bild der Persönlichkeit in deren Job – damit das Zeugnis nicht nur korrekt, sondern aussagekräftig und richtungsweisend ist.
Es hilft Personalverantwortlichen, schon beim Lesen zu erkennen, wer hinter der Bewerbung steht, welche Haltung diese Person mitbringt und ob sie ins Team und in die Unternehmenskultur passt.
Denn ein gutes Arbeitszeugnis ist ein Kommunikationsmittel:
Es spricht über Zusammenarbeit, Haltung, Engagement und Wirkung.
Die Bedeutung der Sprache im Zeugnis
Die Zeugnissprache folgt eigenen Regeln – geprägt von Kodierungen, Abstufungen und Interpretationsmustern, die über Jahrzehnte gewachsen sind.
Schon kleine Unterschiede in der Wortwahl können die Note und den Gesamteindruck verändern. Darum ist es entscheidend, die Zeugnissprache zu verstehen, zu prüfen und korrekt anzuwenden.
Wann Sie ein Arbeitszeugnis anfordern sollten
Ein Arbeitszeugnis ist in folgenden Fällen üblich oder ratsam:
- Ende des Arbeitsverhältnisses (Kündigung, Aufhebungsvertrag, Ruhestand)
- zum Befristungsende oder Projektende
- bei internen Positionswechseln oder Fusionen
- bei kurzen Tätigkeiten, um die Zeit lückenlos zu dokumentieren
- bei langjährigen Beschäftigungen, um Leistungen umfassend zu sichern
Wer viele Jahre im Unternehmen tätig ist, sollte seine berufliche Entwicklung regelmäßig dokumentieren.
Ein Zwischenzeugnis bewahrt Erfolge und Veränderungen im richtigen Licht – und schafft die Grundlage für ein späteres Endzeugnis, das präzise, nachvollziehbar und gerecht ist.
Ein gutes Arbeitszeugnis ist kein Verwaltungsdokument. Es ist ein Ausdruck von Wertschätzung, Fairness und beruflicher Identität – und oft entscheidend für den nächsten Karriereschritt.
Wer Leistung sichtbar macht, schafft Vertrauen – und Vertrauen ist die Währung jeder Karriere.
